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Gemeinsame Jugendschutzauflagen

 

In der Lenkungsgruppensitzung vom 14. Juli 2010 wurden einheitliche Auflagen für Veranstaltungen im Gebiet der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau beschlossen (u.a. zum Thema Jugendschutz):

 

Zuvor wurde in zwei großen Abendveranstaltungen im Frühjahr 2010 mit unterschiedlichen Akteuren der Region über den Themenbereich Jugendschutz und Jugend und Alkohol diskutiert. Anwesend waren u.a. Jugendliche, Vertreter von Jugendamt, Vereinen, Gemeinden und der Polizei Bad Königshofen (siehe Zeitungsartikel unten).

 


Text: Thomas Hälker, Mainpost vom 04.02.2010

 
"Kampftrinker" sind die Ausnahme:
Auch Jugendliche stehen dem Jugendschutzgesetz positiv gegenüber

 

Dass die Diskussion über Jugendliche, Alkohol und Jugendschutz weitgehend ohne Jugendliche in der Höhberghalle in Sulzfeld von der Grabfeld-Allianz geführt wurde (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe), stieß bei den wenigen anwesenden Heranwachsenden auf Unverständnis und teilweise Verärgerung. Gerade wenn es um Jugendliche geht, sollten sie auch dabei sein, so ihre Auffassung.

„Ich sehe den Jugendschutz als positives Mittel um Jugendlichen Grenzen zu setzten, aber alle jungen Leute über einen Kamm zu scheren finde ich nicht okay“, erklärt der 21 Jahre alte Roman Poprygin, einer der Jugendleiter des Jugendzentrums in Bad Königshofen.

Aufschlussreich war sie, die Veranstaltung, weil man erfahren konnte, wie andere über Jugendliche denken. Dass etwas gegen übermäßigen Konsum von Alkohol bei Jugendlichen unternommen werden muss, ist für den Jugendleiter ganz klar. Viktor Bardonov sieht die Sache allerdings differenzierter. Der siebzehnjährige berichtet von den unterschiedlichsten Maßnahmen der Behörden vor den Diskotheken und stimmt den meisten Argumentationen von Polizei und Jugendamt zu, ist aber enttäuscht, dass gerade Fachleute pauschalisieren und seiner Meinung nach Jugendliche querbeet negativ dargestellt haben.

Auch unter den jüngeren Erwachsenen, die der Veranstaltung beiwohnten, konnte man Ärger über die Formulierung von Michael Reinhart (Jugendamt) ausmachen. Nicht alle Jugendliche seien Kampftrinker oder Komasäufer“, erklärt ein Vereinsvorstand und nimmt die Jugendlichen in seinem Verein in Schutz.

Denis Knoll ist 15 Jahre alt, Schiedsrichter im Sportverein, und ebenfalls aktiv im Jugendzentrum. „Das war im Ganzen gesehen schon okay, neu war für mich das mit der Sperrzeit und die Statistiken, das so jung schon Alkohol getrunken wird“, wundert sich der Jugendliche. Aufgefallen ist ihm das so noch nicht im Bekanntenkreis, erklärt er weiter. „Ich wusste gar nicht, dass der Jugendschutz so viele Regeln hat, das war neu für mich“, gibt der sechzehnjährige Ramon Erhard zu. Für ihn war die Veranstaltung ebenfalls positiv und informativ, auch die Statistiken haben ihn beeindruckt. Er möchte wie alle anderen auch, dass die Pauschalisierung nach dem Motto – alle Jugendlichen sind schlecht – individueller vollzogen wird.

„Klar wollen wir feiern, aber deswegen sind wir noch lange nicht die bösen Jugendlichen“, erklären die jungen Leute.

Michael Reinhart vom Jugendamt ist sich sicher, dass viele Jugendliche sich an die Spielregeln halten und auch vom Elternhaus dementsprechend angeleitet werden. Wie die Zahlen aber zeigen, fallen immer mehr Jugendliche aus dem Raster. „Dort wo die Regeln nicht greifen sind wir verpflichtet einzugreifen“. Adressat der gelieferten Informationen sind die Erwachsenen und waren die Erwachsenen und die sind es, die den Jugendschutz verstehen und umsetzen müssen.

Auch Polizist Jürgen Pelz sieht sich auf gleicher Augenhöhe mit den Jugendlichen und als „pro Jugend“ eingestellt. „Gerne suchen wir den Dialog mit den Jugendlichen und unterstützen auch Maßnahmen die von Jugendlichen ausgehen“, erklärt der Experte für Präventionsfragen. „Ich könnte mir so eine Veranstaltung wie sie die Grabfeld-Allianz aufgezogen hat, auch mit Jugendlichen vorstellen, um deren Probleme und Ansichten zu diskutieren“, bietet der Präventionsbeamte an.

Ein erster Dialog zwischen Behörden und Jugendlichen hat stattgefunden, aufeinander zugehen und miteinander die Problematik in Angriff nehmen lautet die Aufgabe der Zukunft. Viele Ideen, die auf beiden Seiten vorhanden sind, müssen gemeinsam realisiert werden.
 


 

Text: Thomas Hälker, Mainpost vom 03.02.2010

Kultur des Hinsehens gefordert:
Grabfeld-Allianz sorgt für Aufklärung zum Themenbereich „Jugend und Alkohol“

 

Unsicherheit, unzählige Vorschriften, falsch verstandene Anweisungen und die Angst vor Sanktionen beschert vielen Vereinsvorständen vor Festen oder Veranstaltungen unruhige und schlaflose Nächte. Jugendschutz, Ausschankgenehmigung, die Verhinderung von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und andere relevante und wichtige Organisationsprobleme sind mittlerweile unüberschaubar und schwer umzusetzen.

Credo eines Themenabends, den die Allianz Grabfeldgau ins Leben gerufen hat, war, dass man alles daransetzen müsse, Möglichkeiten zu finden mit Polizei, Jugendamt und Gemeinden im Vorfeld über das Event zu diskutieren. Gemeinsam könne man im Vorfeld so manches Problem beseitigen. Auf großes Interesse stieß deswegen die Informationsveranstaltung der Allianz zum Thema Jugendschutz, Umsetzung der Vorschriften und Sperrstunde.

In der Höhberghalle trafen sich nicht nur Vereinsvorstände und Organisatoren, sondern auch Jugendliche, die in Vereinen oder Jugendzentren aktiv am sozialen Leben teilhaben. Vor allem die jungen Leute waren nicht immer einer Meinung mit den Referenten.
 

„Jugendliche brauchen Grenzen und Regeln, die nicht mehr ausreichend vermittelt werden“ Michael Reinhart vom Jugendamt Bad Neustadt

 

Kurt Mauer, stellvertretender Landrat und Sprecher der Allianz, freute sich über die große Resonanz und verwies auf eine sachliche und objektive Diskussion der Teilnehmer. „Gesetze ändern können wir nicht, wir können darüber informieren und darüber reden“, erklärte Mauer. Bürgermeister Jürgen Heusinger zeigte die hohe Verantwortung von Vereinsvorständen auf, die den Kopf hinhalten müssen, sollte auf einer Veranstaltung etwas passieren, fragte aber im gleichen Satz in Richtung der Dozenten, wie weit die Verantwortung der Vorstände geht oder gehen muss.

„Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens“, so Michael Reinhart vom Jugendamt Bad Neustadt. Die öffentliche Diskussion über die „drei K‘s“ zum Thema Jugendliche und Alkohol sei in vollem Gange. Komasaufen, Kampftrinken und Kofferraumsaufen sind die drei Schlagworte, die für Furore sorgen. „Jugendliche brauchen Grenzen und Regeln, die heute nur noch von wenigen Eltern vermittelt werden“, erklärt der Fachdozent. 41 Jugendliche wurden mit Alkoholvergiftung im zweiten Halbjahr 2009 allein im Landkreis Rhön-Grabfeld notfallmäßig behandelt. 2008 musste das Jugendamt 27 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz verhängen, 2009 waren es bereits 42 Anzeigen, die Tendenz zeigt weiter nach oben.

 

„Immer mehr Eltern geben die Verantwortung und die Erziehung an Kindergärten, Schulen oder Behörden ab und schreitet das Jugendamt oder die Polizei ein, sind wir die Buhmänner“.

 

Der beauftragte Präventionsbeamte der Polizei Bad Neustadt, Jürgen Pelz, brachte es zu Beginn seiner Ausführungen auf den Punkt. „Die Aufmüpfigkeit der Jugendlichen ist kein aktuelles Problem, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Weltgeschichte“. Was Erwachsene vorleben, wird von den Kindern und Jugendlichen aufgenommen nach dem Motto „was Eltern machen kann ich auch“. Totenstille herrschte im Saal als Pelz aus der Praxis von schweren und tödlichen Unfällen im Zusammenhang mit Alkohol erzählte. „Wir müssen zusammenarbeiten, die Vereine, die Behörden und die Polizei, um im Vorfeld solche Ereignisse auszuschließen.“ Pelz betonte weiter, das keiner Angst vor Sanktionen haben muss, wenn ein Fest gefeiert wird und etwas passiert, wenn alle Absprachen eingehalten werden. „Es ist unsere Kultur Feste zu feiern, wir müssen uns bloß fragen, ob der Profit im Vordergrund stehen muss.“ „Diskotheken haben es mittlerweile verstanden und halten die Jugendschutzregeln ein, nur noch selten sind Verstöße zu melden“, betont der Verkehrserzieher.

Das Ergebnis der Dozenten war eindeutig. Wenn alle gemeinsam im Vorfeld die Unklarheiten beseitigen und den Jugendschutz tatsächlich als Schutz begreifen, lassen sich viele Probleme bereits im Vorfeld lösen. Die Veranstaltung war in vieler Hinsicht für Veranstalter klärend, ließ aber manche Frage unbeantwortet im Raum stehen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein erster Einstieg in die Bemühungen gemeinsam gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen vorzugehen.

Eine Fortsetzung wäre sinnvoll, denn dieses vielschichtige Thema mit all seinen Fragen und Problemen kann nicht an einem Abend geklärt werden. Auch die Betroffenen selbst, die Jugendlichen, haben zu diesem Thema aus ihrer Sicht sicher noch einiges zu sagen.

 


 

Text: Thomas Hälker, Mainpost vom 03.02.2010

 

Über einen Kamm scheren geht gar nicht


Differenzierte Regelungen für unterschiedliche Veranstaltungen gefordert

Die Diskussion war kurz, aber die Problematik auf Seiten der Organisatoren und Verantwortlichen ist groß. Wie setzt man den Jugendschutz richtig um und wie kann man alle Auflagen korrekt erfüllen? Viele Fragen, die bei dem Themenabend der Grabfeld-Allianz in der Höhberghalle von Dozenten, Behörden und Verantwortlichen aus dem Landkreis diskutiert wurden.
Von kommunaler und staatlicher Seite war Entgegenkommen für die Veranstalter herauszuhören. Gemeinsam im Vorfeld die Problematik angehen und zusammen Lösungen suchen um den Jugendschutz einzuhalten, ist wohl der geeignete Weg um mit der Verantwortung, Veranstalter zu sein, am besten umzugehen. „Der größte Teil der Veranstaltungen im Landkreis findet ohne Probleme statt und die Umsetzung des Jugendschutzes wird vielerorts als kreative Herausforderung angesehen“, erklärt Michael Dros von der Polizei Bad Königshofen.
Auch sein Kollege Jürgen Pelz von der Polizei Bad Neustadt fordert ein Umdenken im Jugendschutz und erklärt, dass gesamte Szenario zu betrachten, das entsteht, wenn Jugendliche nicht geschützt werden. „Man sollte die Regeln nicht als Belastung verstehen, sondern als Hilfe für die Veranstalter“, erklärte der Polizist.
Reinhold Behr aus Großbardorf sprach ein Problem offen an. Die Umsetzung des Pflichtenkataloges der für Veranstaltungen aller Art bindend ist und alle Events gleich behandelt – egal ob es sich um ein Weihnachtskonzert oder eine Musikveranstaltung für junge Leute handelt. Die Auflagen seien zu starr und für viele Veranstaltungen nicht umsetzbar. Auch von anderen Vereinsvorsitzenden wurde der Auflagenkatalog bemängelt und als unpassend beanstandet.
Kurt Mauer, Sprecher der Grabfeld-Allianz und stellvertretender Landrat, erklärte, dass ein Weihnachtskonzert sicherlich anders behandelt werde wie eine Faschingsveranstaltung oder ein Tanz. Dass das Pflichtenheft so vereinheitlicht ist, war Mauer nicht bewusst, er versicherte aber, das hier eine Modifizierung, gemeinsam mit Vereinsvorständen, stattfinden muss und gemeinsam eine Lösung erarbeitet werden müsse.
Keiner der anwesenden Vereinsmitglieder und Vorstände zweifelte am Jugendschutzgesetz, dies sei wichtig und stehe nicht zu Debatte. Umsetzung und Einhaltung seien das Problem. Wie kann man alles kontrollieren, wie reagiert man, wenn verfahrene Situationen auftreten? Michael Reinhart vom Jugendamt und Jürgen Pelz von der Polizei sprachen immer wieder von Deeskalation und Nutzung des Hausrechtes, was für einige Verantwortliche nicht befriedigend war und die Frage der Umsetzung im Raum stehen ließ.
„Es kann keinen Musterbescheid für alles geben“, bescheinigte Oberregierungsrat Stefan Helfrich der Versammlung. Veranstaltungen müssen differenziert betrachtet werden und die Umsetzung der einzelnen Auflagen an die Veranstaltungen angepasst werden. Bürgermeister Heusinger forderte die Präsenz der Polizei und des Jugendamtes und er hält Präventivmaßnahmen für äußerst sinnvoll.
Auch mit dem Ausschank bis 3 Uhr und dem Festende um 4 Uhr ist der Großteil der Organisatoren zufrieden und diese Zeitspanne wird als ausreichend erachtet.

 

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