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Markt Saal an der Saale

 

            

 

Gemeinde und naturräumliche Zugehörigkeit


Die Marktgemeinde Saal a. d. Saale zählt 1.514 Einwohner und ist die drittgrößte Kommune im Grabfeldgau. Die insgesamt 2.156 ha Gemeindefläche verteilen sich auf die beiden Ortsteile Saal und Waltershausen. Markt Saal a. d. Saale ist im Regionalplan als Kleinzentrum eingestuft und liegt naturräumlich im Tal der Fränkischen Saale. Der Ortsteil Saal befindet sich unmittelbar an der Mündung von der Milz in die Saale, während Waltershausen, an der Milz liegend, dem Milzgrund zuzuordnen ist.

 
Geschichte  Saal a. d. Saale

796 tritt Saal a. d. Saale, das nach der durch den Ort fließenden Fränkischen Saale benannt ist, erstmals urkundlich in Erscheinung. Das erste Zeugnis der Anwesenheit des Menschen in unserer Gegend ist übrigens ein Faustkeil aus der Altsteinzeit (600.000 - 10.000 v. Chr.), der bei Saal gefunden wurde. Eine feste Ansiedlung bei Saal besteht seit etwa 700 vor Christus. Bereits im 8. Jahrhundert hält das Christentum in dem damals schon relativ großen Ort Einzug. 836 wird ein „monasterium Sala“ (ein Klösterchen Saal) genannt. 1445 wird in der Gemeinde eine eigene Vikarie zu Ehren der hl. Jungfrau Maria auf dem Findelberg eingerichtet. Trithemius zählt den Findelberg um 1500 zu den sieben bedeutendsten Wallfahrtsorten Frankens. 1499 wird die Findelbergkirche erweitert und der heutige Turm errichtet. Von 1781 bis 1786 folgt ein weiterer Neubau. Der berühmte Grabfeld-Künstler, Johann Peter Herrlein, malt die Kirche aus. Er wird nach seinem Tod 1799 auf dem Findelbergfriedhof bestattet. 1699 erhält Saal das Marktrecht. Es wird gestattet, Märkte an vier Sonntagen im Jahr abzuhalten. 1800 zählt die Gemeinde bereits 1029 Einwohner. Im Ort gibt es eine Schreiner-, Büttner- und Glaserzunft. Haupterwerbszweig ist jedoch die Landwirtschaft. 1893 wird die Lokalbahn Neustadt - Königshofen eröffnet, an der Saal a.d. Saale liegt. Dies bedeutet einen immensen Aufschwung für die Wirtschaft. 1978 wird Waltershausen im Rahmen der Gemeindegebietsreform Ortsteil von Saal, das Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft wird.

 

Waltershausen

867 wird „Waltradehus“ erstmals in einem Schriftstück als Schenkungen an das Kloster Fulda beurkundet. 1258 tritt erstmals das Rittergeschlecht derer von Waltershausen in Erscheinung. Sie werden in der Folgezeit als hennebergische Vasallen bis zu ihrem Aussterben 1448 genannt. Von 1619 bis 1627 lässt Georg Philipp Marschalk von Ostheim die jetzige Schlossanlage vorerst einstöckig errichten. Etwa hundert Jahre später erfährt das Schloss unter dem Einfluss Balthasar Neumanns weitere Veränderungen. Der große Stucksaal gehört zu den feinsten Schöpfungen des fränkischen Rokoko. 1782 sterben die Marschalke, Waltershäuser Linie, im Mannesstamme aus. Die verwandte Linie von Kalb kommt in den Besitz des damals 413 Seelen zählenden Dorfes. Von 1793 bis 1795 ist der berühmte Dichter Friedrich Hölderlin mit der Erziehung des Sohnes Fritz der Schlossbesitzerin Charlotte von Kalb beauftragt. Diese steht in regem Briefkontakt mit Friedrich Schiller und Jean Paul. Hölderlin schreibt in Waltershausen u.a. seine berühmte Dichtung „Hyperion“. 1944 kauft die Reichspost das 1933 zwangsversteigerte Schloss und richtet ein Posterholungsheim ein. Heute ist der wunderschöne Ansitz im Besitz von Dr. Ulrich Moebius.

Quelle: Reinhold Albert, Kreisheimatpfleger, Sternberg


Siedlungsentwicklung und Baukultur

Die historische Siedlung Saals hat sich in einer Saalebiegung entwickelt. Zwischen der Fränkischen Saale und der Bundesstraße B 279 hat sich daher bis heute die ursprüngliche Struktur weitgehend erhalten. Eine Ausweitung der Siedlungsfläche fand aus Platzgründen südlich der Bundesstraße statt, wo sich auch der frühere Bahnhaltepunkt des Ortes befand. Das ehemalige Baywa-Betriebsgebäude wurde aufgelassen und soll durch den Umbau zu Wohnungen eine neue Funktion erhalten. Besondere Erwähnung im Sinne der Baukultur ist die Wallfahrtskirche „Maria Himmelfahrt“ auf dem Findelberg auf der nördlichen Saaleseite und die dazugehörige historische Brücke über die Saale, die ebenso wie der Weg zur Kirche mit Heiligenstatuen gesäumt ist. In Waltershausen ist die Besiedelung an der Milz zwischen zwei Mühlen entstanden, von denen eine dem Schloss zugehörig war. Noch heute ist der Charakter eines Straßendorfes im Ansatz erhalten. Neue Bautätigkeit wurde im Süden der Ortschaft, westlich der Staatsstraße 2280 ermöglicht. Den Ort dominiert das Schloss mit der (einst zugehörigen) Kirche. Darüber hinaus ist die ehemalige Schlossmühle erhalten (heute „Dorfmühle“). Erwähnenswert ist auch die Brauerei Lang mit ihren Betriebsanlagen an der Charlotte-von-Kalb-Straße.

 
Gemeinbedarfseinrichtungen und Soziales

Der Markt Saal a. d. Saale gehört zum Schulverband Saaletal und unterhält derzeit noch eine Grundschule. Der neu gebaute Kindergarten ist auf drei Gruppen ausgelegt. Das Vereinsleben wird in Saal und Waltershausen getrennt gepflegt, jeder Ortsteil hat eigene Sport- und Musikvereine. Die aktive Kirchengemeinde in Saal (katholisch) ist eine weitere Stütze des Zusammenlebens in Saal. In Waltershausen findet der Hölderlin-Stammtisch besondere Erwähnung. Darüber hinaus kann das ortsansässige „Bräustüble“ mit Kleinkunstbühne als Zentrum des kulturellen Lebens in Waltershausen bezeichnet werden. Der Markt Saal a. d. Saale ist Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft, die gemeinsam mit den Gemeinden Großeibstadt und Wülfershausen besteht.

 
Wirtschaft und Verkehr

Im Kleinzentrum Saal gibt es eine Reihe von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben, sowie ausreichende Geschäfte zur Deckung der Grundversorgung, wie auch eines Teils des gehobenen Bedarfs. Die medizinische Versorgung ist durch niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und eine Apotheke gewährleistet. Darüber hinaus ist ein Pferdegestüt mit Araberzucht („German Cross“) aufzuführen sowie ein Flugplatz für Motorsegler und einmotorige Maschinen. In Waltershausen findet sich die Brauerei Lang, die die einzige Brauerei im Grabfeld ist, welche den Braubetrieb noch aufrecht erhält.

 
Landwirtschaft, Natur und Landschaft

Die Zukunft der Landwirtschaft zeichnet sich auch in der Marktgemeinde Saal a. d. Saale aufgrund der kleinteiligen Struktur der Feldflur als schwierig ab. In Saal gibt es derzeit nur noch zwei große Betriebe. Durch die Lage an Saale und Milz sind große Teile des Gemeindegebietes Überschwemmungsbereiche, so dass in beiden Ortsteilen Maßnahmen des ökologischen Gewässerausbaus zur Entschärfung der Hochwasserproblematik durchgeführt wurden. Der Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie zwischen Bad Neustadt a. d. Saale und Bad Königshofen i. Grabfeld führt direkt durch die Ortschaft Saal. Zwischen Saal und Walterhausen wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls eine Radwegeverbindung geschaffen, die in Richtung Gollmuthhausen weitergeführt und dort an den bestehenden Milzgrund-Radweg angeschlossen wurde.

>> zur Homepage des Marktes Saal a. d. Saale

 

 

 

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